1887
Backsteinindustriearchitektur und das Elektrizitätswerk in Traben-Trarbach
DETAILS



Der architektonische Stil entstand während der schnellen Industrialisierung Deutschlands im späten 19. Jahrhundert. Er zeigt eine Verbindung von Funktionalität, Handwerkskunst und regionalem Stolz, wie sie häufig in Fabriken, Lagerhäusern und Versorgungsgebäuden zu sehen ist, wie zum Beispiel in den Borsig-Lokomotivwerken in Berlin, dem Hochofenwerk Phoenix-West in Dortmund, der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Berlin oder den Krupp-Werken in Essen, um nur einige zu nennen.
Dieser Stil war Teil des industriellen Aufschwungs der Gründerzeit, als Deutschland seine Kohle-, Stahl- und Maschinenbauindustrie schnell ausbaute. Er verband Funktionalität mit architektonischem Stolz und nutzte Backstein nicht nur wegen seiner Haltbarkeit, sondern auch für seinen visuellen Rhythmus.
Das Elektrizitätswerk ist das einzige Gebäude seiner Art in Traben-Trarbach und erhält wenig Anerkennung, obwohl es genauso anerkennenswert ist wie die industriellen Großanlagen. Es wurde zwischen 1887 und 1890 von Matthias Engel errichtet und war bis 1918 in Betrieb. Als kohlebefeuertes Kraftwerk versorgte es die erste elektrische Straßenbeleuchtung Deutschlands. Damals galt Traben-Trarbach als eine der am stärksten elektrifizierten Städte Deutschlands.
Das Gebäude fällt durch seine schlichte, erdig-braune Fassade auf. Bei dem geometrischen Design, ist jeder Backstein mit künstlerischer Präzision gesetzt. Das spricht von Zielstrebigkeit und Stärke. Die kunstvolle Mauerarbeit akzentuiert die großen Rundbogenfenster.

